SPEAKING WITHOUT LIPS, THINKING WITHOUT BRAIN.

DIE AUTOMATEN UND MASCHINEN DES WOLFGANG VON KEMPELEN, 1734 – 1804
Donnerstag, 15. Juni 2006, 19 Uhr

Vortrag und Präsentation von Brigitte Felderer, Ernst Strouhal und Jakob Scheid, Wien
Donnerstag, 15. Juni 2006, 19 Uhr
Eintritt: 3 Euro

Brigitte Felderer und Ernst Strouhal präsentieren in ihrem Vortrag Ergebnisse ihrer langjährigen Beschäftigung mit dem Leben und Werk des Wolfgang von Kempelen. Der Beamte des Wiener Hofs lebte in einer Zeit, in der Mechanik und technische Neuerungen Begeisterung bei den Menschen hervorriefen, gleichzeitig haftet den Themen etwas Surreales an. Maschinen oder Automaten wurden mit  „Okkultismus“ assoziiert oder als „Physikalische Wunder“ bezeichnet.

Wolfgang von Kempelen beschäftigte sich vorwiegend mit der Technik, um in der Gesellschaft Anerkennung und Aufmerksamkeit zu erhalten. Daneben schrieb er Dramen und Gedichte oder entwarf eine Schreibmaschine für eine blinde Pianistin. Viele seiner Arbeiten sind in Vergessenheit geraten, doch zwei seiner damaligen Maschinenentwürfe haben noch heute eine wissenschaftliche Bedeutung:  Kempelens sprechende Maschine und seine Schrift „Über den Mechanismus der menschlichen Sprache”, 1791 in Wien erschienen, zählen zu den Grundlagen der Experimentalakustik. Die sprechende Maschine sollte Gehörlosen helfen, sich durch eine mechanische Stimme zu artikulieren.  Kempelens berühmteste Erfindung ist sein Schach spielender Androide.

Die Grundlage der aktuellen Präsentation bietet eine Box, die von Jakob Scheid konstruiert und gemeinsam mit Brigitte Felderer und Ernst Strouhal, den Autoren von „Kempelen – zwei Maschinen“ (Sonderzahl Verlag, 2002) entwickelt wurde. Inhalt der Box sind Rekonstruktionen der Experimente Kempelens. Anhand von funktionierenden Modellen werden  Bedeutung, Geschichte und Rezeption der Kempelenschen Erfindungen von der Aufklärung bis in die Gegenwart beschrieben.