FURTHER THOUGHTS ON EARTHY MATERIALS

15. September – 23. Dezember 2018

F. CIRILLO, WILLIAM COBBING, CHRIS CURRERI, CHARLOTTE DUALÉ, KASIA FUDAKOWSKI & REAL MADRID, ASANA FUJIKAWA, ANNA HERMS, NINA HOFFMANN & KATHRIN SONNTAG, JUDITH HOPF, KRIS LEMSALU, ALEX MÜLLER, ANDREJ POLUKORD, ALBERTA SAUKAITYTĖ, IRENE STRESE, DORIS WEINBERGER, JESSE WINE

Eine Ausstellung in zwei Kapiteln in der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst und im Kunsthaus Hamburg, begleitet von einem Veranstaltungsprogramm und einer Publikation

Kuratiert von Janneke de Vries und Katja Schroeder.

„Most artists still produce to be experienced physically in space by somebody who is bodily present. This is something the World Wide Web won’t ever be able to replace. The increasing pressure of information on the experience of art has had artists running back for very material types of production, for very artisanal types of production.“

Dieter Roelstrate, Gespräch in der Kunsthalle Wien, 26. Juni 2016

In Zeiten, in denen zeitgenössische Kunst verstärkt die Bedingungen und Ästhetiken virtueller Realitäten reflektiert, posthumane Theorien virulent sind und die Digitalisierung der Welt eine Faszination an Oberflächen und gefundenen Bildern geschaffen hat, wird parallel eine Kunstproduktion offensichtlich, die bewusst haptische Materialien und (kunst-)handwerkliche Herstellungsprozesse einsetzt.

Das zweiteilige Ausstellungsprojekt Further Thoughts on Earthy Materials in GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst Bremen und Kunsthaus Hamburg untersucht, welche Fragestellungen der Hinwendung zu den Techniken und dem Material der Keramik in der künstlerischen Produktion des 21. Jahrhunderts zugrunde liegen.
Further Thoughts on Earthy Materials versammelt Arbeiten einer jüngeren Künstler/innengeneration, die ungewöhnliche Wege im Umgang mit keramischem Material gehen - Arbeiten, die nicht für ein Revival von Traditionen oder eine künstlerische Rückwärtsbewegung stehen, sondern für neue Wege mit traditionellen Verfahren und Themenstellungen. Die Kapitel in Bremen und Hamburg widmen sich dabei unterschiedlich gelagerten Aspekten in zwei Gruppenausstellungen. Das Kunsthaus Hamburg setzt sich mit zeitgenössischen Technologien und Produktionsprozessen auseinander.

Das Ausstellungskapitel in der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst Bremen nimmt eine Prämisse in den Blick, die dem erdhaften Materialien bereits inhärent ist: den Körper.
So zeigt sich die Anwesenheit des Körpers im klassischen keramischen Herstellungsverfahren, indem das Material mit den Händen geformt und aufgebaut wird, die Produzent/innen unvermeidlich Spuren hinterlassen und sich so im Objekt abbilden – was im Ergebnis den Unikatcharakter des Entstandenen wesentlich ausmacht. Aufgrund der dem keramischen Prozess innewohnenden Körperverbundenheit scheint es daher nur folgerichtig, dass der Körper in vielen künstlerischen Auseinandersetzungen mit der gebrannten Erde auch zu einer inhaltlichen Bezugsgröße wird.
In der GAK-Ausstellung äußert sich diese im befragten Material selbst angelegte Perspektive im klassischen keramischen Objekt ebenso wie in der installativen Anordnung, in Film, Fotografie, Audioeinspielung, Diaprojektion oder Performance. Ähnlich weit gefasst sind die Themenstellungen, mit denen körperliche Aspekte mithilfe von Lehm, Ton oder Erde untersucht werden. Die Arbeiten im GAK-Kapitel von Further Thoughts On Earthy Materials verorten sich sowohl im Intuitiven als auch im Rationalen, in der Abstraktion als auch in der Gegenständlichkeit. Körperabbilder, -zustände, -verfremdungen, –grenzen oder -wahrnehmungen werden von unterschiedlichen Perspektiven eingekreist. Fragen nach Körperoptimierungen in neoliberalen Zeiten, der Grenze zwischen Außen- und Innenwahrnehmung oder Geschlechterzuschreibungen werden ebenso verhandelt wie nach dem Verhältnis von Mensch und Tier, künstlerischen Produktionsprozessen oder politischen Zuständen.

Die Ausstellungen werden von einem umfassenden Begleitprogramm ergänzt, das abwechselnd in Hamburg und Bremen stattfindet.

Im Anschluss erscheint eine Publikation im Verlag der Buchhandlung Walther König.

 



DONNERSTAGSTERMINE

Vom Verschwinden einer Kulturtechnik
+++ VERANSTALTUNG IM KUNSTHAUS HAMBURG +++
Vortrag von Neil Brownswood (Künstler, UK), in engl. Sprache
Mittwoch, 12. September 2018, 19:00 Uhr

HOMO HAPTICUS
Partizipatorische Aktion mit Doris Weinberger zu Evolution, Ton, Gegenwart und Zukunft in Alltag und Kunst.
Einzeltermine nach Anmeldung in der GAK.
Jeden Donnerstag.
Donnerstag, 20. September 2018, 17:00 Uhr – 19:00 Uhr
20. September 2018 – 23. Dezember 2018
FÜHRUNG DURCH DIE AUSSTELLUNG
mit Sarah Maria Kaiser, Kuratorische Assistenz
Donnerstag, 20. September 2018, 19:00 Uhr

DON´T KNOW WE´LL SEE - THE WORK OF KAREN KARNES
+++ VERANSTALTUNG IM KUNSTHAUS HAMBURG +++
Montag, 24. September 2018, 19:00 Uhr

TON FORMEN
Kinderworkshop in den Herbstferien

Montag, 08. Oktober 2018, 14:00 Uhr – 18:00 Uhr

PERFORMANCES
Alex Müller mit "Der Takt vom Orchester" und F. Cirillo mit "She´s a pioneer".
Im Anschluss an die Performances wird es jeweils ein kurzes Künstler/innengespräch geben.

BITTE WOCHENTAG BEACHTEN
Dienstag, 16. Oktober 2018, Uhr

TON ALS TRANSFORMER
+++ VERANSTALTUNG IM KUNSTHAUS HAMBURG +++
Montag, 22. Oktober 2018, 19:00 Uhr

"TABLEWARE" VON UND MIT IRENE STRESE
Ein Abend mit Keramik, Gesprächen und Essen im TAU.
(Nur nach Voranmeldung in der GAK, Kosten pro Person: 22 €, exkl. Getränke)
Donnerstag, 01. November 2018, 19:00 Uhr

MISSHAPEN CLAY. HOW EMERGING ARTISTS ARE RETHINKING CERAMICS
+++ ACHTUNG DER TERMIN ENTFÄLLT++ Vortrag von Francesca Gavin, Autorin/Kuratorin, lebt in London und Berlin.
In englischer Sprache
Donnerstag, 08. November 2018, 19:00 Uhr

FÜHRUNG DURCH DIE AUSSTELLUNG
mit Sarah Maria Kaiser, kuratorische Assistenz
Donnerstag, 22. November 2018, 19:00 Uhr

FINISSAGE MIT JENNIFER TEE
+++ VERANSTALTUNG IM KUNSTHAUS HAMBURG +++
Sonntag, 25. November 2018, 15:00 Uhr



Die Ausstellungen werden unterstützt von

  • STIFTUNGKUNSTFONDS
  • British Council 2018
  • Hypo - Kulturstiftung
  • Hamburgerische Kulturstiftung
  • Litauisches Kulturinstitut

  • Mondriaan Fund