THAN HUSSEIN CLARK

THE DIRECTOR’S THEATRE WRITER’S THEATRE

02. Dezember 2017 – 25. Februar 2018

Aufführungen in der Schwankhalle Bremen: 09. – 11. Februar

Das künstlerische Schaffen von Than Hussein Clark (*1981 in New Hampshire, lebt in London) bezieht seine Einflüsse aus Theater, Bildender Kunst, Mode, Kunsthandwerk, Literatur oder Architektur und sprengt die Grenzen zwischen den einzelnen Gattungen, um Queer-Thematiken oder Fragestellungen zu künstlerischen Produktionsbedingungen und Authentizität nachzuspüren. Requisitenhafte Objekte, bühnenartige Installationen und theaterinspirierte Performances verorten sich sowohl im Theater- wie im Ausstellungskontext und ergeben zunächst eine überbordende Fülle an Bezügen. Bei genauerem Hinsehen jedoch spielt noch das kleinste Detail eine klar definierte Rolle und greifen alle Teile in ihrer opulenten Gesamtheit sinnvoll und präzise ineinander.

Für The Director’s Theatre Writer’s Theatre entwickelt Clark ein mehrteiliges Projekt, das zeitgleich in unterschiedlichen Formaten (Ausstellung, Novelle, Inszenierung) und an verschiedenen Orten (Zeitung/Radio, Kunstverein, Theater) Gestalt annimmt: Gattungsgrenzen verschwimmen, Formen der Bildenden Kunst werden ins Theater überführt und theatralische Strukturen in die Ausstellungsinstitution. Die beiden Hauptbestandteile des Projektes, eine Ausstellungspräsentation in der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst und eine Inszenierung in der Schwankhalle, entstehen parallel und verzahnen sich: Skulpturen werden Requisiten, Schauspieler/innen Modelle, Figuren Protagonist/innen in Zeichnungen etc. Clark dazu: „This dialogue between two forms means that questions being asked in the exhibition might find their answer in the performance and vice versa.“

Ausgangspunkt für The Director’s Theatre Writer’s Theatre ist Bremens zentrale Rolle in der Entwicklung des deutschen Regietheaters. In den 1960er Jahren versammelte Kurt Hübner Regisseure wie Peter Stein, Peter Zadek oder Rainer Werner Fassbinder am Bremer Theater, um Klassiker zu inszenieren und den „Bremer Stil“ zu etablieren – dabei die Originaltexte frei interpretierend. Dagegen setzt Than Hussein Clark seine eigene Ausbildung als Schauspieler, die in New York und Los Angeles eher der Werktreue des englischen Autorentheaters folgte. Der Gegensatz zwischen den beiden Traditionen und deren unterschiedlicher Umgang mit Originaltexten verknüpft sich in Clarks Plänen für Bremen mit seinem Interesse an Produktionsweisen der darstellenden wie bildenden Künste.

Die Ausstellung in der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst funktioniert das Haus mittels Objekten, Installationen, Wandarbeiten, Displays und historischem Material in eine Theaterlobby nebst Bühnenraum und Backstagebereich um – ohne dass dort herkömmliche Theater- oder Performanceaufführungen stattfänden. Vielmehr überträgt Clark den Gedanken der theatralen Inszenierung auf seine künstlerische Vorgehensweise und präsentiert das Reenactment historischer Kunstausstellungen als Theaterstücke. Wie ein Theaterregisseur des Regietheaters klassische Stücke für die Bühne neu interpretiert, bezieht Clark sich auf Klassiker des Ausstellungbetriebes, für die er seine eigene Fassung entwickelt. Die Displays werden dabei täglich und in einer vorgegebenen Abfolge angeordnet und nehmen dementsprechend an unterschiedlichen Tagen unterschiedliche Ausstellungen in den Fokus: So wie am Theater innerhalb einer Woche verschiedene Stücke aufgeführt werden, wird in der GAK täglich wechselnd jeweils eine andere Ausstellung in den Blick genommen.

Einen weiteren Strang verfolgt der Künstler mit einer von Mikhail Bulgakows Theaterroman inspirierten, selbst verfassten Novelle. Diese wird innerhalb der Projektlaufzeit in einer Bremer Tageszeitung und über Radio in täglichen Ausschnitten veröffentlicht.  Außerdem wird sie vom 09.-11. Februar 2018 in der Schwankhalle Bremen als Bühnenfassung uraufgeführt. Ein Chor von Schauspieler/innen, mit dem Clark seit 2012 regelmäßig zusammenarbeitet, spricht und singt nicht nur den Theatertext, sondern arrangiert auch die vom Künstler gestalteten Bühnenbildelemente während der Aufführung immer wieder neu. Kostüme und Requisiten verweisen dabei auf die Ausstellungsinszenierung in der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst.

The Director’s Theatre Writer’s Theatre findet statt im Rahmen der Reihe Ping Pong, einer Kooperation von GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Schwankhalle Bremen und Theater Bremen, in der sich die Häuser wechselseitig Künstler/innen zuspielen, deren Arbeit zwischen bildender und darstellender Kunst angesiedelt ist.

Im Anschluss erscheint eine Publikation bei Montez Press.

Parallel zur Ausstellung The Director’s Theatre Writer’s Theatre werden die JAHRESGABEN 2017/2018 präsentiert mit Werken von Than Hussein Clark, Leon Kahane, Nora Olearius, Hannah Regenberg und Anca Munteanu Rimnic.



DONNERSTAGSTERMINE

THE WORLDS OF ACTORS AND OBJECTS
Gespräch zwischen Than Hussein Clark und Michaela Melián, Künstlerin und Professorin für zeitbezogene Medien an der HFBK Hochschule für bildende Künste Hamburg
Donnerstag, 07. Dezember 2017, 19:00 Uhr

FÜHRUNG DURCH DIE AUSSTELLUNG
mit Janneke de Vries, Kuratorin der Ausstellung
Donnerstag, 14. Dezember 2017, 19:00 Uhr

BÜHNE FREI!
KINDERWORKSHOP IN DER VORWEIHNACHTSZEIT
Samstag, 16. Dezember 2017, 11:00 Uhr – 15:00 Uhr

AUFFÜHREN AUSSTELLEN: THEATRALITÄT IN DER KUNST SEIT 1960
Vortrag von Jörn Schafaff, Kunsthistoriker und Autor, Berlin
Donnerstag, 18. Januar 2018, 19:00 Uhr

THREE TYPES OF WIND IN TRIEST
Inszenierung von Than Hussein Clark und Ensemble in der Schwankhalle Bremen
Freitag, 09. Februar 2018, 19:00 Uhr

THREE TYPES OF WIND IN TRIEST
Inszenierung von Than Hussein Clark und Ensemble in der Schwankhalle Bremen
Samstag, 10. Februar 2018, 19:00 Uhr

THREE TYPES OF WIND IN TRIEST
Inszenierung von Than Hussein Clark und Ensemble in der Schwankhalle Bremen
Sonntag, 11. Februar 2018, 19:00 Uhr

FÜHRUNG DURCH DIE AUSSTELLUNG
mit Asima Amriko, kuratorische Assistenz der Ausstellung
Donnerstag, 22. Februar 2018, 19:00 Uhr



Die Ausstellung wird unterstützt von

  • Hypo - Kulturstiftung
  • British Council

Die GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst wird gefördert durch

  • Der Senator für Kultur