ANA TORFS

FIGUREN/PROJEKTIONEN 2000-2005

27. Januar – 23. April 2006

Der Ausstellungstitel „Figuren/Projektionen“ spiegelt den intellektuellen Kontext der Arbeit von Ana Torfs. Im Deutschen kann eine „Figur“ eine Person, wie auch eine Gestalt, ein Spielstein, ein Gebilde oder zum Beispiel ein Motiv in der Musik sein. „Projektionen“ bezieht sich sowohl auf den technischen Prozess der Lichtprojektion als auch auf das psychologische Phänomen, der Projektion von Vorstellungen und Wünschen auf eine Person. Die Mathematik kennt darüber hinaus das Problem der Übertragung eines räumlichen Objekts auf eine Fläche. Und nicht zuletzt ist der Titel natürlich auch eine Referenz an das Kino, mit dem sich Ana Torfs in ihren Raum füllenden, schwarzweißen Diaprojektionen intensiv auseinandersetzt.

Innerhalb ihrer künstlerischen Laufbahn hat sich Ana Torfs immer wieder mit Themen wie Wahrnehmung, Darstellung und der Bedeutung von Abbildung und Identität beschäftigt. Die Verbindung zwischen Text und Bild oder zwischen Lesen und Schauen ist dabei zentral.

Torfs arbeitet vor allem vor dem Hintergrund einer starken filmischen Erfahrung, der aber oft auch ein Text zugrunde liegt: Die Konversationshefte des ertaubten Beethoven (Zyklus von Kleinigkeiten, 1998, Spielfilm), ein Prozesstext aus dem fünfzehnten Jahrhundert (Du Mentir-Faux, 2000) oder ein Theatertext von Maurice Maeterlinck aus dem Jahr 1890 (The Intruder, 2004, Diaprojektionen).

Ana Torfs wurde 1963 in Belgien geboren und lebt und arbeitet in Brüssel. Sie hat sowohl in Belgien als auch außerhalb bereits große Anerkennung erfahren, unter anderem durch ihre Beiträge zur Lyon Biennale (Frankreich, 1995), der Montreal Biennale (Kanada, 2000), der ForwArt Biennale (Brüssel, 2002) und einem Projekt für die DIA Art Foundation, New York (USA, 2004). Im  Jahr 2005 wurde sie  mit dem Preis für Visuelle Kunst der Flämische Gemeinschaft Belgiens ausgezeichnet und war 2005/6 DAAD-Stipendiatin des Berliner Künstlerprogramms.

Kuratorin:Gabriele Mackert 

Zur Ausstellung ist eine Publikation mit Texten von Dirk Lauwaert, Gabriele Mackert, Catherine Robberechts und Jean Torrent erschienen.

 

BEGLEITPROGRAMM

VORTRAG

Eine Passage zwischen Kunst und Kino
Winfried Pauleit
23. Februar 2006, 19 Uhr

VORTRAG

Stimme, Stimmung, Stimmen. Anmerkungen zu Ana Torfs.
Michael Glasmeier
20. April 2006, 19 Uhr

FÜHRUNGEN

9. Februar, 19 Uhr, mit Gabriele Mackert
9. März, 19 Uhr, mit Gabriele Mackert
23. April, 15 Uhr, mit Ana Torfs

FILM

Ana Torfs: Zyklus von Kleinigkeiten
1998, 35mm-Film, 86 Minuten
23. April, 18 Uhr

ART & EAT

23. März, 19 Uhr

Die Gesellschaft für Aktuelle Kunst bietet zusammen mit dem Restaurant Stromburg ein visuell-kulinarisches Sonderprogramm an. Nach einem Begrüßungsdrink und einer Ausstellungsführung wird ein Essen im Restaurant serviert.