DEJIMA

KONZEPTE VON EIN- UND AUSSCHLUSS

20. Mai – 06. August 2017

BANI ABIDI, MERIC ALGÜN, ARNO AUER, CATHERINE BIOCCA, MARIANNA CHRISTOFIDES, CHRISTIAN FALSNAES, FLAKA HALITI, LEON KAHANE, ŠEJLA KAMERIĆ, WOLFGANG MÜLLER, AHMET ÖĞÜT, RORY PILGRIM, ANCA MUNTEANU RIMNIC

20. MAI – 06. AUGUST 2017

ERÖFFNUNG: FREITAG, 19. MAI, 19 UHR

An diesem Abend feiern die Kunstinstitutionen auf und in der Nähe des Bremer Teerhofs einen Abend der Kunst mit der Eröffnung von drei Ausstellungen. Ab 19 Uhr sind alle Häuser geöffnet.

Eröffnungsreden:
19:00 Uhr: Weserburg | Museum für moderne Kunst
19:30 Uhr: GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst
20:00 Uhr: Künstlerhaus Bremen
ab 21:00 Uhr: Speisen, Getränke und Musik in der Kulturküche

Dejima – eine künstliche Insel von etwa 9.000 qm, die japanische Kaufleute 1634-36 in der Bucht von Nagasaki aufschütten ließen. Sie diente bis 1853, also für mehr als 200 Jahre, als einzige Möglichkeit legalen Handels und Austausches zwischen Japan und Europa. Dejima wurde gebaut, um geschäftliche Beziehungen auch in Zeiten von „sakoku“ unterhalten zu können. Sakoku bezeichnet die Außenpolitik Japans bis ins 19. Jahrhundert und verbot die offizielle Ausreise für Japaner/innen und, nach einer Ausweisung aller Ausländer/innen, die Einreise anderer Nationalitäten bei Todes-strafe oder lebenslanger Haft. Nachdem die ursprünglich auf Dejima angesiedelten Portugiesen die Insel verlassen hatten, nutzte die Niederländische Ostindien-Kompanie sie ab 1641 als Außenposten.

Dejima fungiert im Zusammenhang der Gruppenausstellung in der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst als Bild für nationale, kulturelle und soziale In- und Exklusion: Die niederländischen Kaufleute waren auf der Insel isoliert und akzeptierten diesen Zustand aufgrund ökonomischer Interessen. Japan dagegen konnte durch die Abschottung seine Unabhängigkeit gegenüber den Kolonialmächten der Zeit behaupten und trotzdem Handel treiben. Auch wenn die strikte Absperrung von beiden Seiten immer wieder umgangen wurde, einige kulturelle Güter aus Asien im Westen landeten und Bücher, medizinische Instrumente oder Informationen aus Europa in Japan, steht Dejima für eine Situation, in der kein intensiverer Austausch und kein gleichberechtigtes Zusammenleben möglich war. Fremdes blieb weitestgehend fremd und gegenseitige Vorurteile behielten ihre Gültigkeit.

In Zeiten, die sich zwischen den Polen von weltbürgerlicher Utopie und wieder aufkeimenden nationalistischen Ideologien verorten und in denen Ausschluss und Abschottung positiv besetzte Schlagwörter innerhalb rechtspopulistischer Rhetoriken geworden sind, untersucht die internationale Gruppenausstellung in der GAK Mechanismen von Aus- und Abgrenzung. Dejima. Konzepte von Ein- und Ausschluss versammelt dabei Filme, Installationen, Objekte, Fotografien, Performances, Audioarbeiten, partizipative Projekte, Malerei und Papierarbeiten einer jüngeren Künstler/innengeneration, die sich mit mentalen und territorialen Grenzziehungen befassen und für einen gesell-schaftlichen Umgang plädieren, der nicht von Angst vor dem Fremden bestimmt wird, sondern ein Verständnis füreinander und die Dinge einschließt, die uns (noch) unbekannt sein mögen.

Die Präsentation wird von einem ausführlichen Rahmenprogramm begleitet, das zum einen die künstlerischen Positionen in Filmabenden, Führungen, Künstler/innengesprächen, Konzerten, Koch- oder Kinderworkshops vertieft, als auch die angerissenen Themen in Vorträgen und Projekten mit Geflüchteten fortführt.

Kuratorin: Janneke de Vries



DONNERSTAGSTERMINE

FÜHRUNG DURCH DEJIMA. KONZEPTE VON EIN- UND AUSSCHLUSS
mit Asima Amriko, Volontärin der GAK

Donnerstag, 08. Juni 2017, 19:00 Uhr


FILMSCREENING: PROMISES
Dokumentarfilm, USA 2001, 85 Min, Regie: Carlos Bolado, B.Z. Goldberg, Justine Shapiro

Donnerstag, 22. Juni 2017, 19:00 Uhr


VON INSELN UND BRÜCKEN
KINDERWORKSHOPS IN DEN SOMMERFERIEN

Montag, 26. Juni 2017, 14:00 – 18:00 Uhr


FÜHRUNG DURCH DEJIMA. KONZEPTE VON EIN- UND AUSSCHLUSS
von und mit Geflüchteten (in arabischer Sprache mit deutscher Übersetzung)

Donnerstag, 29. Juni 2017, 19:00 Uhr


SILENT UNIVERSITY
Die Silent University, initiiert vom kurdischen Künstler Ahmet Öğüt, ist eine autonome Plattform zum Wissensaustausch für geflüchtete Akademiker/innen, die sie aus der Rolle der stimmlos Wartenden herausholt. Zum Schweigen gebrachtes Wissen wird wieder hörbar.
Vortrag von Kirsten Ben Haddou, Koordinatorin der Silent University Ruhr

Donnerstag, 06. Juli 2017, 19:00 Uhr


FÜHRUNG DURCH DEJIMA. KONZEPTE VON EIN- UND AUSSCHLUSS
mit Janneke de Vries, Kuratorin der Ausstellung

Donnerstag, 13. Juli 2017, 19:00 Uhr


POLITICAL FOR FIFTEEN MINUTES
Wollen wir eine politisierte Kunst, damit wir selbst nicht politisch handeln müssen? Doch nicht jede engagierte Kunst macht es uns so leicht.
Vortrag von Astrid Mania, Professorin für Kunstkritik und Kunstgeschichte der Moderne an der HFBK Hochschule für Bildende Kunst Hamburg

Donnerstag, 27. Juli 2017, 19:00 Uhr


VON INSELN UND BRÜCKEN
KINDERWORKSHOPS IN DEN SOMMERFERIEN

Montag, 31. Juli 2017, 11:00 – 15:00 Uhr


SONNTAG 11-15:00 Uhr FINISSAGE
Bitte beachten Sie Wochentag und Zeit!
Finissage. Mit Führung, Musik, Kinderschminken und Küche von und mit Geflüchteten
In Kooperation mit dem InCa – Internationalen Café Bremen und der Kulturküche

Sonntag, 06. August 2017, 11:00 Uhr




Die Ausstellung wird unterstützt von

  • Hollwegs

Die GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst wird gefördert durch

  • Der Senator für Kultur