JOSEPHINE MECKSEPER

15. Februar – 04. Mai 2008

Eröffnung: Donnerstag, 14. Februar 2008, 20 Uhr

Als „Zeitgeist-Rebellin“ tituliert das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, die 1964 in Lilienthal geborene Konzeptkünstlerin Josephine Meckseper. Ihr Werk zeichnet sich durch genaue Kenntnis der Marketingstrategien des Lifestyles aus. Gleichzeitig interessiert sie sich für das oft krude Zusammenspiel von Konsumwelt und politischen Themen. Ein intellektueller Fluchtpunkt der Arbeiten Mecksepers ist Jean Baudrillards Grundgedanke, dass das Symbolische das Reale verdrängt hat und wir nur noch in einer Scheinwelt der Zeichen und des Konsums leben.

Auf einem edlen Schaufensterpodest halten Schaufensterpuppen mit heruntergelassenen Hosen Protestschilder in den Händen. „Screw Bush“ oder „War Is Terror“ steht darauf. Tatsächlich stammen sie von Anti-Kriegsdemonstrationen in den USA des Jahres 2003. Diese eleganten Showrooms stellen Repräsentationen oder Simulationen von Kommerz dar: Modekatalogseiten, Warenständer und Schaufensterarrangements werden selbst zum Objekt der Anschauung. Das Display stellt sich selber aus. Die Kunstwerke erscheinen so nicht ausschließlich als ästhetisches Produkt, sondern thematisieren gleichzeitig die Künstlichkeit, die in Ihnen steckt. Ebenso wie die Konsumwelt aus Spektakeln der Inszenierung der Ware besteht, sind Politik und Kunst heute mediale Spektakel geworden.

Beständig zwischen Umarmung und Ablehnung pendelnd nutzt Mecksepers Konsumkritik die suggestive Sprache der Werbung. Anstatt jedoch politische Inhalte zu ästhetisieren, legt die Künstlerin damit eingefahrene Sehgewohnheiten offen, die sich beispielsweise beim Durchblättern von Zeitungen manifestieren, in denen sich Horrornachrichten mit Unterwäsche-Werbung vermischen.

Speziell für Bremen entstand die Arbeit Quelle International für die Außenvitrinen der GAK. An die Stelle der sonst dort plakatierten Ausstellungsposter setzt die Künstlerin großformatig auf Silberpapier reproduzierte Seiten des inzwischen wohl legendären Quellekatalogs aus dem Jahre 1976. Auf diese Weise spielt Meckseper mit Verschiebungen von Kunst und Kunstmarketing im Ausstellungsgeschäft.

Kuratorin: Mona Schieren


BEGLEITPROGRAMM

Eröffnung
Die Künstlerin ist anwesend
Donnerstag, 14. Februar, 20 Uhr

Künstlergespräch
Josephine Meckseper im Gespräch mit Fransiska Zólyom
(Institute of Contemporary Art - Dunaújváros, Ungarn) und Mona Schieren
Freitag, 15. Februar, 17 Uhr

Ausstellungsgespräch

Mit Mona Schieren
Donnerstag, 21. Februar, 19 Uhr

Gucken mit Kind
Sonntag, 24. Februar, 16 Uhr

Vortrag
mit Wolfgang Ullrich
Sonntag, 13. April, 17 Uhr

Ausstellungsgespräch
mit Mona Schieren
Donnerstag, 17. April, 19 Uhr

Workshop
mit Ursula Zillig, Dorothea Mink und Kai Lehmann
Donnerstag, 24. April, 19 Uhr


EDITION
Anlässlich der Ausstellung erscheint im Frühjahr eine exklusiv Edition mit 13 Motiven aus Quelle International als handsigniertes Künstlerbuch (13 Motive auf kartonierten Silberpapier, Essays von Sylvère Lotringer, Gabriele Mackert und Mona Schieren. Signiert und nummeriert. Auflage: 150 + 20 AP. Preis: 290,- Euro, für GAK Mitglieder 240,- Euro). Für Informationen und Vorbestellungen wenden Sie sich an die GAK (T. +49 421.500897 oder office@gak-bremen.de).

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