TAL R UND DANIEL RICHTER

FÜR IMMER

24. Juni – 20. August 2000

Zwei Maler, Tal R (geb. 1967 in Israel, lebt und arbeitet in Kopenhagen) und Daniel Richter (geb. 1962 in Eutin, lebt und arbeitet in Hamburg) hatten in den letzten Jahren durch zahlreiche Ausstellungen auf sich aufmerksam gemacht.

Beide vertreten eine junge neue malerische Position, die eine "unreine" Mischung von Abstraktion und Figuration vorschlägt. Sowohl die abstrakten Formen als auch die gegenständlichen Motive wurden von beiden, wenn auch in unterschiedlicher Gewichtung, als etwas schematisch-karikaturhaftes behandelt.

Daniel Richter stellte die grösstmögliche Fülle vor, die in einer Art textiler Verbindung von dichtgesetzten Flächen, Spuren, Schlieren, Ornamentfragmenten und karikaturhafter Gegenständlichkeit in der Malerei als einen Prozess langsamer Tüftelei vor, der sich auf der Bildfläche kondensierte.

Tal R ging kurioserweise von einem flachen Bild-/Bühnenraum aus. Eruptive Energiekonstellationen, figurative und architektonische Motive gingen eine offene momentane Verbindung ein, provozierten durch einen lässigen, cartoonartigen und leicht grobschlächtigen Duktus. Die Fülle des Geschehens leerte das Bild aus.

Für beide war es wichtig, mit Malerei und Bildern im Raum Situationen zu inszenieren, so hatte Tal R  raumfüllende Installationen mit Bildern und Licht gemacht und Daniel Richter erarbeitete ein Bühnenbild. Die Ausstellung in den grossen, langgestreckten Räumen der GAK war ein willkommener Anlass, nicht nur neue Einzelbilder zu zeigen, sondern an einigen markanten Stellen im Ausstellungsraum ausufernde Bildformationen an den Wänden zu realisieren.

Die Bilder und die in ihnen manifestierte malerische Bildauffassung war unauratisch und undogmatisch. Die Grösse der Bilder hatte nichts mit Monumentalität zu tun, sondern mit Lust und Frechheit. Die Malerei war für beide Künstler etwas "praktisches", sie machte es möglich, sich innerhalb der Möglichkeiten definierter Mittel zu bewegen und dicht dran zu bleiben.

Künstlerbuch (vergriffen)