THE MUSIC IN ME, CHAPTER 2

REGARDING DANCE

14. September – 03. November 2002

Knut Asdam, Sven Augustijnen, Marco Berrettini, Maya Deren, Eva Meyer/Eran Schaerf, Adrian Piper u.a.

Während die vorhergehende Ausstellung The Music in Me, Chapter 1: Concerting an Exhibition in der GAK die musikalische Praxis der zeitgenössischen Kunst behandelte, zeigte Chapter 2: Regarding Dance verschiedene Blicke auf den Tanz. Ein kleiner historischer Exkurs berücksichtigte dabei auch Man Ray, Maya Deren oder Andy Warhol, aber vor allem ging es in der Ausstellung um Arbeiten, die seit den 90er Jahren entstanden sind.

Der Tanz ist eine kulturanthropologische Konstante, er ist konstitutiv für die Kultur. Die Art und Weise, wie Menschen sich körperlich auf Musik einlassen, lässt förmlich die Musik in die Körper eindringen. In diesem tanzenden Körper überschneiden sich gesellschaftliche Interaktion und die Wahrnehmung subjektiven Seins.

"Tanzen ist nicht 'nur' die kinästhetische Zergliederung von Raum und Zeit unter einem bestimmten Einsatz von Kraft. Tanzen ist überdies eine beschleunigte und konzentrierte, symbolische Umwandlung von Erfahrung und Gesetzmäßigkeiten in Handeln, eben in Tanzen.

Die Tanzsprache spricht einen komprimierten Code, sie ist um ein Vielfaches dichter beladen als der Alltagskörper oder die verbale Sprache in analogen Situationen ... Mit hoher Intensität und in knapp bemessener Zeit kann beim Tanzen Kognitives, Affektives und Imaginäres zum Ausdruck gebracht und weitergegeben werden."*

Der Tanz wird in den ausgewählten künstlerischen Arbeiten als konventioneller Gesellschaftstanz, als magisch-rituelle Praxis, als professionalisierte Ausdrucksform der Hochkultur, als individuelle Entäußerung und Selbstverwirklichung in der postmodernen Popkultur thematisiert.

Im Tanz kann sich das Individuum zu vorgegebenen kulturellen Formen in ein Verhältnis setzen. Dabei wird die versprochene Unmittelbarkeit und Freiheit im Ausdruck des Tanzes oft mit Träumen nach Selbstverwirklichung und Erfüllung assoziiert.

Zudem ist das Tanzen nicht nur faszinierend für den Tänzer, sondern auch für den Zuschauer. Blickkonstellationen und aktives In-Beziehung-Setzen wurden in vielen Arbeiten der Ausstellung reflektiert, ebenso die Tätigkeit des Filmens.*(Marion Koch, Salomes Schleier, Hamburg 1995, S. 16)

Kokurator: Achim Bitter


CD – Publikation