CHRIS CURRERI

* 1978 in Toronto, lebt in Toronto

Weiche Lagen ausgerollten Tons legen sich in Falten. Am liebsten möchte man reingreifen; die formbare, feinporige Erde zwischen den Fingern fühlen, den Geruch der organischen, feuchten Masse einatmen und die plastische Konsistenz zu einer konkreten Form führen. Die Fotografien aus der Bildserie Untitled (Clayportfolio) entstanden während Chris Curreris einjährigem Keramikkurs am Toronto Gardiner Museum. Zu sehen sind die gescheiterten Experimente und Überbleibsel, die es nicht in die Brennöfen geschafft haben. Die zusammengefallenen Tonplatten und kollabierten Gefäße konfrontieren den Betrachter mit einer Formlosigkeit, die sich gegen eine Vollendung zu wehren scheint. Das Medium der Schwarzweißfotografie steht in einem starken Kontrast zu den haptischen und sinnlichen Elementen des Tons. Die kleinformatigen Aufnahmen erzeugen eine formelle Abstraktion und bauen eine Distanz auf. Entzieht sich der Betrachter der intensiven Anziehungskraft des Bildes und tritt einen Schritt zurück, können Zweifel auftreten. Sehen wir eine Momentaufnahme des Produktionsprozesses oder das Ergebnis des Scheiterns? In seiner Arbeit (Fotografie, Skulptur und Film) beschäftigt sich Curreri regelmäßig mit der Idee, dass Objekte nicht durch ihre Eigenschaften definiert werden, sondern durch unsere Beziehung zu diesen.