Mark Wallinger

geboren 1959 in Chigwell, lebt in London

Word in the Desert I, 2000/2008
C-Print auf Alubond
59,4 x 42 cm
Auflage: 9, sign., dat., num., exkl. für die GAK
1.800 Euro

Für die Jahresgaben der GAK hat Mark Wallinger, Turner Prize Gewinner von 2007, eine Arbeit aus dem Jahr 2000 in verkleinerter Version neu aufgelegt. Word in the Desert I zeigt ihn in der Verkleidung der von ihm entwickelten Figur Blind Faith (mit weißem Hemd, schwarzer Hose, schwarzem Schlips und Sonnenbrille) am Grab des durch Ertrinken zu Tode gekommenen Schriftstellers Percy Bysshe Shelley in Rom. Durch die Drehung der Darstellung um 180° hängt Wallinger kopfüber am Grabstein – wie eine Fledermaus, die auf den Einbruch der Nacht wartet (Shelley war verheiratet mit Mary Shelley, der Autorin von Frankenstein). Die Inschrift des Steines, Ariels Gesang aus Shakespeares Der Sturm, wird durch die Umdrehung der Darstellung lesbar: „Nichts Lebendiges versiegt, / geht Verwandlungen des Meeres / ein in Seltsames und Hehres.“ So ruft die Arbeit vielfältige Vorstellungen von Leben und Tod, Vergänglichkeit und Transformation auf und eröffnet mit einfachen Mitteln vielschichtige Bedeutungsebenen.