Michael Kalmbach

geboren 1965 in Landau/Pfalz, lebt in Berlin

In Geisterwelten wandelnd, 2008
Graphit auf Papier (gerahmt)
21 x 14,8 cm (Blatt)
5 Unikate, sign., dat., exklusiv für die GAK
540 Euro

In traumähnlichen Szenen erzeugen Kalmbachs Zeichnungen, Aquarelle und Skulpturen Eindrücke aus sozialen Beziehungsgeflechten und spiegeln die Schwierigkeit, sich in diesen zurechtzufinden. Die zumeist in warmen Farben gehaltenen Bilder vermitteln zunächst kindliche Unschulds-Assoziationen. Erst auf den zweiten Blick zeigen sich die Ambivalenz der frühen Lebensjahre und die Komplexität menschlicher Beziehungen. Die anfangs zarte Körperlichkeit der Figuren mutiert zu einer Wahrnehmung von Sexualität, Konflikt und Bedrohung.
Die fünf Zeichnungen für die GAK stellen eine Entwicklung dar, funktionieren aber auch als individuelle, unabhängige Werke: jeweils eine Figur, geschlechtlich ungeklärt, wird von einer dunstähnlichen Anordnung begleitet, die sich über ihrem Kopf ballt, sie umhüllt, ihr aus den Händen fällt oder einen Hügel unter ihren Füßen bildet. Auf den zweiten Blick lassen sich gesichterähnliche Verformungen in
den Verballungen erkennen, so dass die Zeichnungen in ihren Gegenüberstellungen von Individuum und Masse als Abbilder zwischenmenschlicher Beziehungen gelesen werden können.