Standortdebatte ab 2012

Ab 2012 gab es Pläne für einen Neubau der Weserburg I Museum für moderne Kunst in der Überseestadt, womit die Zukunft des Kunst-Standortes Teerhof in Bremen zur Disposition stand. Die GAK setzte sich gemeinsam mit dem Zentrum für Künstlerpublikationen der Weserburg und zahlreichen Bremer Bürger/innen für einen Erhalt des Standortes ein und initiierte zwischen Januar und Juli 2013 die vierteilige Gesprächsreihe „Wie Kunst Stadt entwickelt“ mit Beiträgen von Kuratoren, Künstlern, Stadtplanern und Aktivisten.

Der Investor des Museumsneubaus zog sich aufgrund der veränderten Atmosphäre in der öffentlichen Meinung schließlich zurück. Derzeit prüft nun die Politik die Sinnfälligkeit einer Sanierung des Weserburggebäudes und einen damit verbundenen Umzug des Museums in die Wallanlagen. Die Zukunft von Zentrum für Künstlerpublikationen und GAK ist somit erneut ungewiss.

Unterstützen Sie unseren Einsatz für die Erhaltung des Weserburg-Gebäudes als Standort für zeitgenössische Kunst in Bremen per E-Mail an devries(at)gak-bremen.de (Betreff: "Teerhof statt Wallanlagen")

Die Standortdebatte 2012/2013 ist auf dieser Seite und dem Blog Wie Kunst Stadt entwickelt dokumentiert:

BLOG : WIE KUNST STADT ENTWICKELT

Die zeitgenössische Kunst auf der Teerhofinsel ist seit Jahrzehnten ein integrierter Bestandteil der Stadtmitte Bremens – beheimatet in der Weserburg, einer ehemaligen Kaffeerösterei. Das Gebäude, in dem sowohl die GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst als auch das Studienzentrum für Künstler-publikationen und das Museum für moderne Kunst situiert sind, liegt inmitten des Flusses – urban, sichtbar und hervorragend erreichbar.

Doch die Zukunft der Weserburg ist ungewiss. Das Museum wägt einen Neubau an einem anderen städtischen Ort gegen einen umfangreichen Umbau des derzeitigen Gebäudes ab. Was aber wird dann aus GAK und Studienzentrum? Und was aus dem seit den 1980er Jahren gewachsenen Standort zeitgenössischer Kunst, der auch das fußläufig zu erreichende Künstlerhaus, die Städtische Galerie, den BBK und die Schwankhalle mit einbezieht?

Um den aktuellen Prozess in eine öffentliche Debatte zu überführen, lädt die GAK ab dem 22. Januar zu der mehrteiligen Diskussionsplattform Wie Kunst Stadt entwickelt ein. In über das Jahr 2013 verteilten Gesprächen wird sich der Blick auch auf die konkrete Situation auf dem Teerhof richten – aber nicht ausschließlich. Vielmehr soll grundsätzlich untersucht werden, inwieweit zeitgenössische Kunst die Atmosphäre einer Stadt und die städtische Kommunikation mitbestimmt und mit stadtplane-rischen Ideen im positiven Sinne interagiert – um auf diesem Wege auch zu Lösungen für den Standort vor Ort zu kommen. Welche Rolle hat die zeitgenössische Kunst in der Stadtentwicklung – allgemein und konkret in Bremen? Wer stellt die Weichen? Und wohin? Wer sind die Akteure?

In kurzen Statements werden Kulturpolitiker/innen, Kurator/innen, Architekt/innen, Aktivist/innen, Stadtplaner/innen und Künstler/innen einen Einstieg in ihren jeweiligen Themenschwerpunkt geben, bevor sich die Diskussion zum Publikum hin öffnet und mögliche Zukunftsmodelle im Gespräch miteinander entwickelt werden.

WIE KUNST STADT ENTWICKELT
Eine Diskussionsplattform zum Thema „Bildende Kunst und Stadt“

Dienstag, den 22. Januar 2013, 19 Uhr: Wie Kunst Stadt entwickelt #1
Initiativreferate von Carmen Emigholz (Staatsrätin für Kultur, Bremen), Prof. Dr. Eberhard Syring (Architekturtheorie und Baugeschichte, School of Architecture Bremen, wissenschaftlicher Leiter des b.zb Bremer Zentrums für Baukultur) und Janneke de Vries (Direktorin GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen)
Moderation: Rainer Beßling (Kunstkritiker, Bremen)
Ort: GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Teerhof 21

Mittwoch, den 13. März 2013, 19 Uhr: Wie Kunst Stadt entwickelt #2
Initiativreferate von Christine Ebeling (Sprecherin der Initiative „Gängeviertel“, Hamburg) und Prof. Dr. Christoph Grafe (Direktor des Flämischen Architekturinstituts in Antwerpen und Professor für Architekturgeschichte und –theorie an der Bergischen Universität Wuppertal)
Anschließende Publikumsdiskussion
Moderation: Rainer Beßling (Kunstkritiker, Bremen)
Ort: GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Teerhof 21

Mittwoch, den 15. Mai 2013, 19 Uhr: Wie Kunst Stadt entwickelt #3
Initiativreferate von Ulf Aminde (Künstler, Berlin) und Katja Schroeder (Kuratorin, Hamburg,
und ehemalige Direktorin des Westfälischen Kunstvereins Münster).
Moderation: Rainer Beßling (Kunstkritiker, Bremen)
Ort: GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Teerhof 21

Dienstag, 18. Juni, 19 Uhr: Wie Kunst Stadt entwickelt #4
Gespräch zwischen Kasper König (Kurator, Berlin, u.a. ehemaliger Direktor des Museums Ludwig, Köln, und der Städelschule, Frankfurt/Main, Gründer und Kurator der Skulpturen Projekte Münster) und Janneke de Vries (Direktorin der GAK).
Visuelles Vor - und Nachspiel von der Fotoetage, Bremen.
Ort: GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Teerhof 21

Über die Gesprächsreihe hinaus haben Mitglieder, Vorstand und Direktorin auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die nachfolgende Erklärung erarbeitet.
Wenn Sie diese inhaltlich mittragen, senden Sie bitte eine Email an devries@gak-bremen.de mit der Betreffzeile „Ich stimme zu“.

ERKLÄRUNG

erarbeitet auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 20. November 2012:

GAK GESELLSCHAFT FÜR AKTUELLE KUNST BLEIBT AUF DEM

TEERHOF!

Die Zukunft des Kunst-Standortes Teerhof in Bremen steht zur Disposition. Die Weserburg I Museum für moderne Kunst wägt einen Neubau in der Überseestadt gegen den Umbau des derzeitigen Gebäudes ab. Die GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst (der Kunstverein Bremens für zeitgenössische Kunst) ist von der Entscheidung ihres Gebäudenachbarn direkt betroffen – ganz gleich, wie sie ausfällt.

Der Standort Teerhof ist für die GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst eine wesentliche Grundlage erfolgreicher Arbeit, mit oder ohne dem Museum an unserer Seite. Neben den einzigartigen Möglichkeiten, die seine Räume uns bieten, liegt uns der Teerhof auch aufgrund der Synergieeffekte am Herzen, die hier durch die Nähe von Institutionen zeitgenössischer Kunst und Kultur entstehen: Künstlerhaus, BBK, Städtische Galerie, Schwankhalle u.a. Das Potential dieses einzigartigen Standortes für zeitgenössische Kunst gilt es zu erhalten und auszubauen. Aus der Sicht der GAK gibt es keinen Anlass, den Standort Teerhof in Frage zu stellen.

Die GAK ist ein eigenständiges, international agierendes Haus und wird weit über die Grenzen der Stadt hinaus wahrgenommen. Die Qualität und Profilschärfe ihrer Arbeit wurde mehrfach mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet.

Wir erklären:
1. Der Standort der GAK muss auf dem Teerhof bleiben.
2. Veränderungen in der Bremer Kunstlandschaft dürfen nicht zu Reduzierungen des städtischen Etats für Gegenwartskunst führen.
3. Die GAK eröffnet ab Januar 2013 eine Diskussionsplattform über die Zukunft der zeitgenössischen Kunst in Bremen.