Standortdebatte

Standortdebatte um das Weserburg-Gebäude: Worum geht's?

STAND: JANUAR 2015

Im Zentrum Bremens, auf der Teerhofinsel inmitten der Weser gelegen, beherbergt das Gebäude einer ehemaligen Kaffeerösterei drei Institutionen zeitgenössischer Kunst: die GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, das ZeK Zentrum für Künstlerpublikationen und die Weserburg I Museum für moderne Kunst. Besonders GAK und ZeK sind international renommiert und wurden mehrfach mit Preisen für ihre inhaltliche Arbeit ausgezeichnet.

Um die Weserburg I Museum für moderne Kunst ist in den vergangenen 3 Jahren eine erbitterte kulturpolitische Debatte entbrannt. Im Kern geht es um Einsparungen, die das Haus vornehmen muss, sowie eine konzeptuelle Neuausrichtung. Derzeit wird geprüft, ob ein Umzug des Museums in die direkte Nachbarschaft der Kunsthalle Einsparmöglichkeiten durch personelle und strukturelle Zusammenlegungen bietet. Erwogen wird ein Neubau in den Wallanlagen, finanziert durch Bilderverkäufe des Museums, Sponsorenunterstützung und den Verkauf des historischen Weserburggebäudes an private Investoren. In diesem Fall würden auch GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst und Zentrum für Künstlerpublikationen ihre Räume verlieren und der Teerhof als Kunstort wäre im institutionellen Ensemble der Stadt nicht mehr existent. Darüber hinaus ist bereits zu diesem Zeitpunkt klar, dass ein Wallanlagen-Neubau denkmalpflegerisch wie finanziell nur in einer Größe zu realisieren wäre, die etwa ein Drittel der aktuellen Ausstellungsfläche allein des Museums ausmacht – GAK und ZeK gar nicht mitgerechnet.
-    Die Vorteile und das Potential, die in der direkten Nachbarschaft von GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Zentrum für Künstlerpublikationen, Museum und – fußläufig – Künstlerhaus Bremen liegen, würden mit einer Aufgabe des Weserburggebäudes verschenkt.
-    Die kulturelle Nutzung eines öffentlichen Gebäudes in bester Innenstadtlage würde aufgegeben zum Vorteil eines privaten Investors.
-    Die Pluralität künstlerischer Perspektiven und Orte in der Stadt würde ersetzt von der Dominanz eines Ortes (Wallanlagen) und einer Institution (Kunsthalle) sowie dem räumlichen und damit auch inhaltlichen Abbau einer anderen (Weserburg I Museum für moderne Kunst).
-    Da ein Neubau in den Wallanlagen keinen Platz für GAK und Zek bietet, müssten bei einer Aufgabe des Weser-burggebäudes auch für diese zwei Institutionen adäquate Räumlichkeiten gefunden, mietfrei zur Verfügung gestellt und entsprechend umgebaut werden. Eine Kostenexplosion, die weit über dem liegen dürfte, was für Sanierung und Umbau des Weserburggebäudes veranschlagt wird.

Warum also steckt man die Gelder, die Immobilien Bremen seit Jahren für eine Sanierung des Weserburg-Gebäudes zurückgestellt hat, und die Erlöse aus dem Bilderverkauf nicht in einen zeitgemäßen, finanzierbaren Umbau des aktuellen Gebäudes? Warum unterstützt man GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Zentrum für Künstlerpublikationen und Weserburg I Museum für moderne Kunst nicht in ihren Bemühungen, eine Zukunft für den Teerhof zu entwickeln, die von Vielfältigkeit, Kooperation und Ausstrahlung nach außen geprägt ist und ein lebendiges Gegengewicht zur fußläufig erreichbaren Institutionsballung an den Wallanlagen bilden würde? Warum lässt man zu, dass die Reduzierung auf reine Kosten-Nutzungsaspekte an die Stelle von Visionen treten, die Zukunft sichern, statt schrittweise abzuwickeln?

+++ Wer ebenfalls für die Erhaltung des Weserburg-Gebäudes als Standort für zeitgenössische Kunst in Bremen plädiert, ist herzlich zur Mitzeichnung eingeladen, per E-Mail an presse(at)gak-bremen.de (Betreff: "Teerhof statt Wallanlagen") +++

ERKLÄRUNG DES VORSTANDS DER GAK

KOMMENTAR DER DIREKTORIN DER GAK

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