GAK - Gesellschaft für aktuelle Kunst Bremen

Kate Newby

Eröffnung: 27. August 2010, 19 Uhr
28. August 2010 - 07. November 2010

Die Arbeit der neuseeländischen Künstlerin Kate Newby (geb. 1978, lebt in Auckland) konzentriert sich auf skulpturale und malerische Eingriffe in den jeweiligen Ausstellungsraum und dessen Um-feld. Ihre Herangehensweise ist dabei stark von einem performativen Ansatz in der Tradition eines Gordon Matta-Clark geprägt. Sie selbst sagt, sie sei interessiert, „eine Beziehung zum Ort durch Aktion“ zu schaffen. D.h., die architektonischen Merkmale des jeweiligen Ausstellungskontextes (etwa Gebäudedetails und Farben im Außen- und Innenraum sowie die Lage und Einbindung in die Umgebung) sind der Ausgangspunkt ihres Denkens und bestimmen die Art ihres weiteren Vorgehens.

Meist handelt es sich um zurück genommene Interventionen, die erst auf den zweiten Blick erkenn-bar sind und Charakteristika des Raumes aufnehmen bzw. konterkarieren: eingezogene Wände, lichtfangende Farbfelder, gemauerte Backsteinvorsprünge, schiefe Bodenebenen oder Stoffbahnen und Fahnen. So kann es durchaus vorkommen, dass Newby den Ausstellungsraum selbst nahezu leer belässt und damit den Blick zur Fensterfront, also vom Innen- in den Außenraum umlenkt. Dort integriert sie Arbeiten im Blickfeld der Fenster, die die Sprache ihrer Umgebung so sensibel und präzise aufnehmen, dass sie sich nicht in den Vordergrund schieben, sondern sich das Augenmerk auf das Umfeld verlagert. Indem Newby ihre Werke auf eine Weise einfügt, die ihre Kontexte betont, wird der alltägliche Raum zum Hauptakteur ihrer künstlerischen Arbeit. Kombiniert werden solche Herangehensweisen mit Fotografien und Typografien (Schriftzüge auf Leinwand und Papier oder aus gebogenem Draht), die die Atmosphäre und den Charakter ihrer Umgebung weiter verstärken.

Die Materialität von Newbys Arbeiten orientiert sich an Vorstellungen der Arte Povera, die konzep-tuelle Gedanken in einer größtmöglichen Ökonomie der verwendeten Mittel umsetzte. So bestehen ihre Werke oft aus gefundenem Material wie Holz, Steinen, Worten oder Bildern. Diese werden auf einfache, oft provisorisch anmutende Art und Weise zusammengebracht, die zum einen von ihrer vorherigen Funktion und dem Alltäglichen spricht und sie gleichzeitig poetisch auflädt. Newbys Arbeiten scheinen simpel und bekannt und entwickeln im selben Moment eine über sich selbst hinausweisende Komplexität. Derart gelingt es ihr, eine Beziehung zwischen den benutzten Materialien und den vorgefundenen Räumlichkeiten herzustellen, die das Potential beider Faktoren herausarbeitet.

Die Ausstellung in der GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst ist Kate Newbys erste institutionelle Einzelpräsentation in Europa. Es entsteht eine Künstlerpublikation in Kooperation mit dem Witte de With Rotterdam.

Die Ausstellung von Kate Newby wird unterstützt von der Bremer Landesbank